Über das Kinder-Impfportal



Warum diese Homepage?

Seit nunmehr fast zwei Jahren bestimmt die Corona-Pandemie weite Teile des Alltags. Impfungen gegen das Virus werden immer wieder als "einziger Weg" aus der Krise genannt. Dabei haben sich die Empfehlungen bezüglich des Alters, ab dem geimpft werden soll immer weiter verlagert:

Zuerst war Impfstoff sehr knapp: es durften nur über 80-Jährige und ganz spezielle andere Gruppen geimpft werden.

Dann - mit einem breiteren Impfstoffangebot - wurde der Kreis Derjenigen, die sich impfen lassen konnten immer größer.

Jetzt kommt aus unterschiedlichen Richtungen die Empfehlung, auch Kinder impfen zu lassen.

Das macht vielen Eltern Sorge und viele Fragen tauchen auf. Die Kinderärzte in der Region, die man als Eltern normalerweise zu aller erst fragen würde, arbeiten momentan bis weit über die Belastungsgrenze. Daher versucht diese Seite, die häufigsten Fragen nach bestem Wissen und Gewissen - und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu beantworten.

Das soll das Gespräch mit Ihrem Kinderarzt nicht ersetzen - es soll Ihnen aber eine erste Möglichkeit bieten, sich schon einmal selbst zu informieren.



Wer betreibt diese Homepage?

Die Initiative für die Einrichtung dieser Seite geht von Stadt und Landkreis Bamberg aus. Mit der Umsetzung ist die Gesundheitsregion plus Bamberg betraut worden.

Die Fragen, die hier beantwortet werden, wurden uns von den niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten Bambergs zugeschickt.



Eine Abwägungssache ...

Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, Werbung für die Corona-Impfung von Kindern zu machen.

Wir sehen unsere Aufgabe, Eltern relevante Informationen an die Hand zu geben, damit sie selbst eine fundierte Entscheidung treffen können.

Und zur Entscheidungsfindung sind Faktoren für eine Impfung ebenso wichtig, wie kritische Aspekte.

Aufgrund der Infektionszahlen - gerade auch bei Kindern und Jugendlichen -  können wir aber die Aussage von Herrn Prof. Dr. Leif Erik Sander (Charité – Universitätsmedizin Berlin: Infektiologie und Pneumologie) zur COVID-Impfung im Allgemeinen nur unterstreichen:

„Alle sollten sich aber folgendes klar machen: Es ist keine Entscheidung für oder gegen die Impfung, sondern für eine Coronavirus-Infektion mit Impfschutz oder Infektion ohne Impfschutz.“

 

 

Fragen & Antworten



Was bedeutet die Freigabe der EMA und die Empfehlung der STIKO?

Welche Aufgabe hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und was bedeutet die Freigabe des Impfstoffs für Kinder?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) schützt und fördert die Gesundheit von Mensch und Tier durch die Bewertung und Überwachung von Arzneimitteln innerhalb der Europäischen Union [...]. Die wichtigsten Aufgaben der Agentur sind die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in der EU. Unternehmen beantragen dort eine einzige Genehmigung für das Inverkehrbringen, die von der Europäischen Kommission ausgestellt wird. Wird die Genehmigung erteilt, kann das Arzneimittel in der gesamten EU und im EWR vertrieben werden.

[ Quelle: european-union.europa.eu ]

Der Biontech/Pfizer-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA ist zugelassen. Die EMA betonte, das Vakzin sei nach Studien sicher und effektiv. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden.

[ Quelle: www.br.de ]

Welche Aufgabe hat die Stän­dige Impf­kom­mis­sion (STIKO) und was ist deren Empfehlung bezüglich der Impfung von Kindern?

Die Stän­dige Impf­kom­mis­sion (STIKO) ent­wickelt Impf­em­pfehl­ungen für Deutsch­land und be­rück­sichtigt dabei nicht nur deren Nutzen für das ge­impfte Indivi­duum, sondern auch für die ge­samte Be­völke­rung. Die STIKO orientiert sich dabei an den Kriterien der evi­denz­basierten Me­dizin.

[ Quelle: www.rki.de ]

Die Ständige Impfkommission (STIKO) will Corona-Impfungen für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen empfehlen.

Die Impfempfehlung gelte auch für Kinder, in deren Umfeld sich Personen mit dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs befänden, die selbst nicht durch eine Impfung geschützt werden könnten.

Aber auch gesunde Kinder sollen auf "individuellen Wunsch" und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können, teilte das Expertengremium zu einem Beschlussentwurf mit.

[ Quelle: www.tagesschau.de ]



Ist die Impfung sicher?

Eine Hauptstudie mit Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren zeigte, dass die Immunantwort auf Comirnaty (BioNTech / Pfizer), das in einer niedrigeren Dosis (10 µg) in dieser Altersgruppe verabreicht wurde, vergleichbar war mit der mit der höheren Dosis (30 µg) bei 16- bis 25-Jährigen. (gemessen am Spiegel der Antikörper gegen SARS-CoV-2).

Die Wirksamkeit von Comirnaty wurde bei fast 2.000 Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren ohne Anzeichen einer früheren Infektion berechnet. Diese Kinder erhielten entweder den Impfstoff oder ein Placebo (eine Scheininjektion). Von den 1.305 Kindern, die den Impfstoff erhielten, entwickelten drei COVID-19 im Vergleich zu 16 der 663 Kinder, die ein Placebo erhielten.

Dies bedeutet, dass der Impfstoff in dieser Studie zu 90,7 % bei der Vorbeugung von symptomatischer COVID-19 wirksam war (obwohl die tatsächliche Rate zwischen 67,7 % und 98,3 % liegen könnte).

Die häufigsten Nebenwirkungen bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren ähneln denen bei Personen ab 12 Jahren. Dazu gehören Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Diese Wirkungen sind in der Regel leicht bis mittelschwer und bessern sich innerhalb weniger Tage nach der Impfung.

Das CHMP gelangte daher zu dem Schluss, dass der Nutzen von Comirnaty bei Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren die Risiken überwiegt, insbesondere bei Patienten mit Erkrankungen, die das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung erhöhen.

[ Quelle: www.ema.europa.eu / Übersetzt aus dem Englischen ]



Wann darf mein Kind nach der Impfung wieder zum Sport?

Sportliche Aktivitäten nach Impfungen stellen generell kein Problem dar, besondere Belastungen unmittelbar nach der Impfung sind jedoch nicht unbedingt zu empfehlen.

[ Quelle: www.rki.de ]



Ist eine Herzmuskelentzündung durch die Impfung nicht gefährlicher als die Erkrankung für Kleinkinder?

Sehr seltene, vor allem bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachtete Herzmuskelentzündungen (ca. 1:16.000) müssen als Impfnebenwirkungen gewertet werden. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Patient:innen mit diesen Herzmuskelentzündungen hospitalisiert, hatten jedoch unter der entsprechenden medizinischen Versorgung einen unkomplizierten Verlauf. Neue Daten zeigen, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jungen und jungen Männern sowie bei Mädchen und jungen Frauen unter 30 Jahren nach der Impfung mit Spikevax (Moderna) häufiger beobachtet wurden als nach der Impfung mit Comirnaty (BioNTech). Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO Personen unter 30 Jahren die ausschließliche Impfung mit Comirnaty (BioNTech).

[ Quelle: www.rki.de ]

Bei den 5- bis 11-Jährigen wurden bislang mehr als drei Millionen Kinder in den USA geimpft. Bisher sind keine Berichte für Herzmuskelerkrankungen belegt.

[ Quelle: www.quarks.de ]

UPDATE 13.12.2021: "Die EMA erklärte, bisher gebe es keine Sicherheitsbedenken aus der Impfkampagne für Kinder in den USA. Dort haben nach der Zulassung durch die Arzneimittelbehörde FDA Ende Oktober unter den Fünf- bis Elfjährigen bisher rund fünf Millionen Kinder eine Impfdosis erhalten, vollständig geimpft sind 1,86 Millionen."

[ Quelle: www.tagesschau.de ]

Um das Risiko nach einer Impfung aber sinnvoll beurteilen zu können, muss man es dem Risiko nach einer Infektion und Erkrankung gegenüberstellen. Bisher gibt es von israelischen Forschenden für diese Unterschiede einen expliziten Vergleich über alle Altersgruppen hinweg:

  • Nach mRNA-Impfstoff (2,7 von 100.000): 3 zusätzliche Fälle von Herzmuskelentzündung
  • Nach Infektion (11 von 100.000): 18 zusätzliche Fälle von Herzmuskelentzündung

Demnach liege das Risiko für eine Herzmuskelentzündung für Positiv-Getestete sechsfach höher als für Geimpfte.

[ Quelle: www.quarks.de ]



Wie häufig ist Long-Covid bei Kindern?

Es handelt sich bei Long-COVID nicht um ein einheitliches Krankheitsbild, weshalb die Epidemiologie schwer zu erfassen ist.

Als Long-COVID bzw. Post-COVID-19-Syndrom werden Krankheitszeichen und Symptome beschrieben, die mehr als 12 Wochen nach Krankheitsbeginn bestehen bzw. mehr als 12 Wochen nach Infektion auftreten, deren Pathogenese bisher nicht geklärt ist und für die keine andere Erklärung als die Folge einer SARS-CoV-2-Infektion festzustellen ist.

Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Long-COVID schwere Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die Lebensqualität, das soziale Leben und das Familienleben haben kann. Häufige Symptome sind anhaltende Erschöpfungszustände (Fatigue), Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmung und Herzrhythmusstörungen. Insgesamt ist die Symptomatik variabel und der Zeitraum variiert zwischen Wochen und Monaten.

Bisher wurden größtenteils Studien zu Long-COVID bei Erwachsenen publiziert, wohingegen die Datenlage bei Kindern noch sehr limitiert ist. Die Häufigkeit von Long-COVID kann derzeit bei Kindern noch nicht verlässlich erfasst werden.

Einige Symptome von Long-COVID wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Kopfschmerzen und depressive Verstimmung sind sehr unspezifisch und treten auch infolge von psychosozialen Belastungen während der Pandemie zum Beispiel durch Ängste, Schulschließungen oder Isolation, unabhängig von SARS-CoV-2-Infektionen auf.

Daher sind Studien wichtig, die eine Kontrollgruppe von Kindern und Jugendlichen einschließen, die keine SARS-CoV-2-Infektion hatten. In den drei vorliegenden Studien mit Kontrollgruppe sind Kinder mit SARS-CoV-2-Infektion nicht häufiger von Spätfolgen betroffen als Kinder ohne SARS-CoV-2-Infektion.

[ Quelle: www.rki.de ]



Was bedeutet Multiinflammationssyndrom PIM-S?

PIM-S ist ein schweres entzündliches Krankheitsbild, das in seltenen Fällen bei Kindern und Jugendlichen in der Regel 3-4 Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 (auch asymptomatisch) beobachtet wurde.

In vielen Fällen geht PIMS mit Schocksymptomatik und in der Regel vorübergehender Herz-Kreislauf-Insuffizienz einher.

Die Ursache der Entstehung der Erkrankung ist unklar und auch zur Häufigkeit gibt es derzeit keine verlässlichen Daten. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) definiert PIM-S als Fälle, bei denen neben Fieber, erhöhte systemische Entzündungsparameter, mindestens zwei Organbeteiligungen und eine aktuelle oder stattgehabte SARS-CoV-2-Infektion oder ein SARS-CoV-2-Kontakt nachzuweisen waren, sowie andere infektiologische Ursachen ausgeschlossen werden konnten.

Das zunächst neue Krankheitsbild wird von den behandelnden Ärzt:innen zunehmend besser verstanden und ist inzwischen gut behandelbar. In Deutschland wurden seit Beginn der Pandemie bis zum 1.8.2021 398 Fälle von PIM-S im Rahmen einer Erhebung der DGPI erfasst. Bis dato ist in Deutschland kein Kind oder Jugendlicher an PIM-S verstorben.

[ Quelle: www.rki.de ]



Warum sollte man Kinder impfen? Die Erkrankung verläuft bei Kindern doch milde.

Rund 14 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland. Sie machen damit fast ein Fünftel der Bevölkerung aus. Selbstverständlich müssen wir darüber diskutieren, welchen Sinn eine oder keine Impfung dieser großen Gruppe hat – und zwar differenziert nach Altersgruppen. Denn Kind ist nicht gleich Kind ist nicht gleich Jugendlicher.

[ Quelle: www.quarks.de ]

COVID-19 ist eine Erkrankung, die potenziell lebensbedrohlich verlaufen kann. Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, die keine Vorerkrankungen aufweisen, erkranken allerdings nur selten schwer. Sie infizieren sich Studien zufolge seltener als Erwachsene mit dem Coronavirus und scheinen auch weniger ansteckend zu sein. Nur etwa ein Prozent der Kinder und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren, die an COVID-19 erkranken, muss ins Krankenhaus. Auch Todesfälle traten bisher vereinzelt und nur bei Kindern und Jugendlichen mit schweren Vorerkrankungen auf.

Das Auftreten von Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht quantifizierbar. Bei zunehmenden Fallzahlen ist jedoch auch damit zu rechnen, dass Langzeitfolgen häufiger vorkommen. Zudem sind die psychosozialen Folgen der Pandemie, insbesondere Maßnahmen der Isolation, in dieser Altersgruppe auch unabhängig von individuellen COVID-19-Erkrankungen erheblich – auch wenn sie sich nur schwer erfassen lassen.

[ Quelle: www.zusammengegencorona.de ]



Ist bei Kindern auch hohes Fieber als Impfreaktion zu erwarten?

Eine Impfreaktion in Form von Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit oder Fieber ist als normal zu werten. Ein solches Krankheitsgefühl bedeutet, dass die körpereigene Abwehr auf den Impfstoff „anspringt“ und entsprechend reagiert.

[ Quelle: www.ukm.de ]

Aus den Daten der kanadischen Zulassungsbehörde geht hervor, dass Impfreaktionen unter Jüngeren relativ häufig waren – etwa um ein Fünftel häufiger als bei Erwachsenen. Mit Impfreaktionen sind kurzfristige Symptome nach der Impfung gemeint, etwa Kopfschmerz, Schmerzen oder Jucken an der Einstichstelle, Hautrötung, Müdigkeit, Fieber und Schüttelfrost.

Während in den Impfstoff-Studien nur relativ wenige Kinder getestet wurden (Biontech: 2000, Moderna: 3700), gibt es aus den USA deutlich mehr Daten – hier wurden schon mehrere Millionen Kinder und Jugendliche geimpft. Die Ergebnisse: In der Woche nach der ersten Dosis traten bei den 12-17-Jährigen diese Reaktionen auf (die meisten am Tag nach der Impfung):

  • lokale Reaktionen wie Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle: bei 63,9 Prozent der Kinder zwischen 12 und 15 Jahren
  • systemische Reaktionen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Fieber: bei 48,9 Prozent

 

Nach der zweiten Dosis:

  • systemische Reaktionen bei 63,4 Prozent.

 

[ Quelle: www.quarks.de ]

Termine im Impfzentrum



Impftermine für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren

Das Impfzentrum Bamberg (Emil-Kemmer-Straße 33, 96103 Hallstadt) bietet zu folgenden Terminen Impfstunden für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren an:

  • 26.01.2022 / 15:00 - 17:30 Uhr
  • 28.01.2022 / 14:30 - 17:30 Uhr
  • 02.02.2022 / 15:00 - 17:30 Uhr
  • 04.02.2022 / 14:30 - 17:30 Uhr

 

Eine Terminbuchung ist über die Hotline des Impfzentrums unter 0951-9423010 möglich.